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Im Juli 2019 wurde der "Nutzgarten" der Alten Feuerwache feierlich eröffnet. Ein weiteres Glied der Präventionskette und Baustein des "Gesunden Kinderhauses" hat nun nach etwa einem Jahr Planungs- und Bauphase seinen Abschluss gefunden.

Ausdrücklicher Dank geht hierbei an die Unterstützer*innen. Allen voran an die Familie Erlbruch und die Winzig Stiftung, welche durch großzügige Spenden dieses Projekt erst möglich gemacht haben.


Auf einer eigenen Fläche von 2000 qm im Mirker Quartier, direkt an der Nordbahntrasse gelegen, eröffnet sich seit Juli 2019 den Kindern der Alten Feuerwache ein neuer Raum zum Lernen und Ausprobieren.
Viele Kinder, die im Mirker Viertel oder an der Gathe leben, haben kaum Berührungspunkte mit der Natur. Der Nutzgarten soll ihnen ermöglichen, Zeit in der Natur bzw. einem naturnahen Bereich zu verbringen, die Entstehung von Lebensmitteln mitzuerleben  und nicht zuletzt eine gesunde (Persönlichkeits-)  Entwicklung zu beschreiten.
Der Nutzgarten ist Teil der Präventionskette und des Gesunden Kinderhauses und wird von Kindern der Offenen Tür, den präventiv arbeitenden 8samkeitsgruppen und der Intensivbetreuung genutzt. Jugendarbeit und Berufsorientierung findet dort ebenfalls statt.
Zwischen größeren, wechselnden Gruppen, festen Klein- oder Kleinstgruppen bis hin zur Einzelförderung sind alle Formate Teil der aktuellen pädagogischen Praxis im Nutzgarten. Auch der angrenzende Kulturkindergarten in der Trägerschaft der Alten Feuerwache nutzt den Garten regelmäßig.
Die geernteten Lebensmittel werden in der Küche der Altenfeuerwache für den Mittagstisch genutzt oder in Koch- oder Konservierungskursen angeboten und u.a. mit dem Ein-Sterne-Koch Michael Oberleiter verarbeitet.


 

Aufbau des Gartens

 

Der Garten lässt sich in unterschiedliche Abschnitte unterteilen.

Im Zentrum des Gartens befindet sich ein Schotterplatz, begrenzt durch Gewächshaus, Gerätehaus, Bauwagen, Hochbeete und Natursteinmauer. Sonnenseegel und ein Pavillon bieten im Sommer etwas Schatten und bei klassisch bergischem Wetter bedingten Schutz vor dem Regen. An der Natursteinmauer laden Steinstufen und Gartenmöbel zum zusammensetzen ein. Auch grillen oder ein Lagerfeuer ist hier möglich. In einer Zisterne unter dem Platz wird Regenwasser gesammelt und kann mittels einer Handpumpe an die Oberfläche befördert werden.
Auf diesem Platz kommt Mensch im Garten an. Von beiden Eingängen führen Wege direkt dort hin und von diesem sind alle Bereiche des Gartens zu überblicken. Vorhaben können hier besprochen und vorbereitet werden. Werkzeuge liegen im Gerätehaus bereit, verschiedene Spielsachen oder (kindgerechte) Fachliteratur zu Garten und Natur steht im Bauwagen zur Verfügung.

Im Südosten befindet sich ein großer Bereich mit terrassenförmig angelegten Beeten. Angelehnt an die Permakultur werden in den Beeten  z.B. Erdbeerpflanzen, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Heidelbeeren, Rhabarber, Kohlrabi, Spitzkohl, Grünkohl, Salate, Mangold, Radieschen, Möhren, Zwiebeln, Knoblauch, Lavendel, Salbei, Minze, Rosmarin gepflanzt,gepflegt und geerntet. Ergänzt und aufgelockert durch essbare Blumen.
Das Wachstum der Tomaten und Paprika in den Terassenbeeten kann mit dem Wachstum der Pflanzen im Gewächshaus verglichen werden.

Im Norden wird der Garten  mit Beeten in Spalierbauweise für hochrankende Pflanzen wie Wein, Bohnen, Mais, Kiwi, Himbeeren und Brombeeren wachsen, zur Spielwiese abgegrenzt. Diese Freifläche wird  zum Spielen und zukünftig auch für den Tierauslauf verwendet. Der angrenzende Randbereich, der zur Zeit noch mit Büschen und Sträuchern bepflanzt und mit den Kompost – Toilettenhäuschen ausgestattet ist, wird umgebaut.

Im Südwesten stehen heimische Obstbäume auf einer Wildblumenwiese. Der kleine Hügel ist von den Kindern mit Trampelpfaden durchzogen .

Die Brachfläche in östlicher Richtung gehört nicht im eigentlichen Sinne zum zum Nutzgarten, gehört aber ebenfalls der Alten Feuerwache und wird während der Angebote im Nutzgarten mit genutzt. Dort kann mit dem Wasserschlauch Matsch hergestellt, nach Steinen gegraben werden o.Ä.
Nach dem dort stattfindenden Europa Solardecathlon 2022 sollen auf dem Gelände weitere Flächen für pädagogische Arbeit gestaltet werden.

2021 wird eine Gruppe Bergische Schlotterkämme (eine alte, fast ausgestorbene Bergische Hühnerrasse) in den Garten einziehen. In Zusammenarbeit mit einem Landwirtschaftlichen Betrieb kommen dann noch Bretonische Zwergschafe , Laufenten und weitere Kleintiere hinzu.
Um Kreisläufe zu verdeutlichen werden zukünftig in kleinen Beeten Getreide und Färberpflanzen angebaut
Gemeinschaftlich mit Interessierten aus dem Quartier, wird ein Backhaus mit fest installiertem Backofen gebaut, der gemeinschaftlich bewirtschaftet wird.
Der Kulturkindergarten plant im Nutzgarten ein Beratungsangebot zu etablieren.

Pädagogische Grundüberlegungen

Klassische Bildung
Die Kinder lernen im Garten die Entstehung ihrer Lebensmittel kennen. Die Jahreszeiten mit ihren Veränderungen in der Natur werden konkret erlebbar. Dabei wird Interesse an den biologischen, chemischen und physikalischen Hintergründen der Naturphänomene geweckt. Die Kinder lernen z.B. die Namen von Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensräume, entdecken Rost und erfahren die Wirkung von Schwerkraft, Hebeln und anderen physikalischen Gesetzmäßigkeiten.
Auch die Kompetenzen im Lesen und Rechnen werden in praktischen Aufgaben gestärkt und ein intrinsisches Interesse am Ausbau dieser Fähigkeiten geweckt.
Kinder und Jugendliche erwerben grundlegende handwerkliche Fähigkeiten und im Umgang und der Versorgung der Tiere auch die Übernahme von Verantwortung.
Daraus entwickeln sich neue und nachhaltig berufliche Perspektiven.

Nachhaltigkeit
Beim gemeinsamen Anbau von Lebensmitteln entwickeln die Kinder ein Verständnis für die Arbeit und die Ressourcen, welche in den einzelnen Lebensmitteln gebunden sind. Durch den Anbau als Permakultur wird verdeutlicht, wie Pflanzen sich gegenseitig schützen und ergänzen sowie der Erosion entgegenwirken.
Die langen Trockenphasen, die mittlerweile häufig auftreten, und deren Wirkung auf die Pflanzen sowie der sinkende Pegel in der Zisterne machen den Kindern die Bedeutung von Wasser und des voranschreitenden Klimawandels sichtbar.

Persönlichkeitsentwicklung
Einen Nutzgarten zu unterhalten, der eine möglichst ertragreiche Ernte bringen soll, bedeutet einiges an Arbeit. Über den gesamten Jahreskreis entstehen verschiedene Notwendigkeiten. Diese sind in der Regel leicht nachvollziehbar und anschaulich erklärbar. Gleichzeitig sind die anstehenden Arbeiten immer vielfältig und die einzelnen Aufgaben anpassbar an die Voraussetzungen, Vorkenntnisse und Bedürfnisse des einzelnen Kindes.
Etwaige Fehler sind in der Regel nicht dramatisch, sodass ein selbstständiges Arbeiten der Kinder möglich ist. Die Kinder bekommen so die Möglichkeit, sich selber positiv bei der Erfüllung einer verantwortungsvollen Arbeit wahr zu nehmen. Sie erfahren sich als nützlichen Teil der Gemeinschaft.  Die Anstrengungsbereitschaft kann hierbei gestärkt werden. Auch Frustrationstoleranz, die Konzentrationsfähigkeit, die Handlungsplanung u.s.w können im Garten erprobt und verbessert werden.
Da der Garten von vielen Kindern genutzt wird und viele Aufgaben von einer Person allein nicht schaffbar sind, ist die Gartenarbeit auch eine permanente Herausforderung an die Kooperations- und Kompromissbereitschaft der Kinder.


Sinne
Der Garten und seine Bewohner bietet die Möglichkeit zu umfangreichen Sinneserfahrungen und damit zu neuen Entwicklungsmöglichkeiten.
Kreativität, Wissen sowie fein- wie grobmotorische Fähigkeiten werden bei den vielfältigen Arbeiten erprobt.

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